Man kennt sich und dann ist es plötzlich aus…
Am Samstag fand im Großen Haus die Premiere der Produktion Onkel Wanja statt. Ganz im Zeichen der russischen Tradition wurde dann sowohl während des Stückes auf der Bühne, als auch im Anschluss auf der Premierenparty ordentlich gefeiert. Und dabei wurde nicht nur Wasser sondern auch einige „Wässerchen“ getrunken.
Nach einer durchfeierten Nacht folgt oft der Kater. Woher diese Bezeichnung stammt und was man dagegen tun kann, haben wir für euch recherchiert.
Das Wort Kater geht zurück auf das griechische Wort Katarrh, dieses bedeutet übersetzt in etwa soviel wie Schnupfen. Leipziger Studenten verglichen im 19. Jahrhundert ihren „Morgen danach“ mit einer starken Erkältung – damit erhielt der Kater seinen Namen. Wie man ihn bekämpfen und verkürzen kann, hat schon viele Menschen beschäftigt.
So fand die Universitätsklinik Freiburg zum Beispiel heraus, dass die Kombination aus Koffein und Zitronensäure ungemein hilfreich sein kann, da sie die Bildung von Schmerz steigernder Enzyme stoppt. Daher lässt sich ein guter Espresso mit einem Schuss Zitronensaft empfehlen.
Besonders Großmütter sind immer um das Wohl ihrer Liebsten besorgt. Daher kann man insbesondere von ihnen zahlreiche Hausmittelchen erfahren, die in solchen Situationen helfen. Vor allem ein umfangreiches Frühstück mit Rollmops, Salzstangen und Co. um den Mineralhaushalt wieder aufzupeppen wird empfohlen. Ein echter Klassiker sind auch die Kaffeebohnen: bis zu zehn Bohnen langsam zerkaut kann wahre Wunder bewirken. Und nicht vergessen: immer wieder trinken, trinken und nochmals trinken – insbesondere Wasser. Im besten Fall immer wieder zwischendurch und auf jeden Fall vor dem Schlafengehen, gerne auch mit einer zusätzlichen Magnesiumbrausetablette – so wird der Dehydrierung und dem Mangel an Mineralien durch den Alkohol am besten vorgebeugt. Die Finger lassen sollte man hingegen von Orangensaft, da dieser den Alkohol im Blut bindet und sich der miserable Zustand nur noch verlängern würde.
Noch mehr Tipps findet ihr natürlich im Netz, z.B. hier.
Wer jetzt wieder einen klaren Kopf hat, kann sich auf die nächste Wanja-Vorstellung freuen.
Die Troerinnen – ein Antikenprojekt nach Euripides und Tom Lanoye
Tu du für mich, was ich nicht kann: Fang noch mal an. Die Welt ist riesengroß.
Premiere: 17. Mai 2012 / 19.00 Uhr / großes haus
Studentenspecial: Karten bei Vorlage eines gültigen Studentenausweises 8.-€ / bzw. 6.-€
Aus alt mach neu: Interview mit Felix Bender und Gerd Amelung zu „Die Krönung der Poppea“ – Teil 2
Die Krönung der Poppea wird ja auch noch an anderen Bühnen inszeniert. Muss denn jetzt jedes mal das Rad neu erfunden werden?
Beide: Ja!
Warum?
Felix Bender: Gerd hat ja gerade gesagt: Es ist nur wenig Material erhalten. Es besteht aber bis auf ein paar Instrumentalstücke nur aus einer Gesangs- und einer Basslinie. Und so hat jede Produktion, die das Stück auf den Spielplan setzt, die Herausforderung: Wie machen wir das jetzt? Natürlich hört man sich da mal eine Aufnahme an oder fährt idealerweise in ein Opernhaus – was wir auch gemacht haben – und holt sich dort Inspiration nach dem Motto: Wie haben die das gemacht? Aber dann muss halt jedes Mal je nach Geschmack neu entschieden werden.
Gerd Amelung: Und das ist für mich gerade das Interessante an diesem Material. Bei Händel ist es beispielsweise so, dass alles durchkomponiert ist und es Zeugnisse davon gibt, dass er es genauso wollte, wie er es geschrieben hat. Und hier war es eben schön, dass wir die eigene Kreativität nicht nur zur Ausgestaltung musikalischer Linien eingebracht haben, sondern wirklich selber etwas hinzufügen mussten. Man weiß auch von der damaligen Zeit, dass es nie so gespielt wurde, wie es geschrieben stand. Die haben immer variiert, abhängig vom Sängerpersonal, vom vorhandenen Instrumentarium, vom Geld.
Felix Bender: Dafür haben wir jetzt eine Inszenierung „Made in Weimar“. Die wird es nirgendwo sonst so geben wie hier bei uns.
Und wie lief der Arbeitsprozess an diesem Stück?
Gerd Amelung: Es gab im April ein dreitägiges Arbeitstreffen in Berlin mit Mark Schachtsiek, dem Dramaturgen, Felix, Cordula Däuper und mir. Da haben wir geguckt: Wo streichen wir, wo legen wir Schwerpunkte und so weiter. Dann hatten wir Anfang Mai eine Woche mit den Sängern, wo wir das Stück durchgegangen sind und Cordula gesagt hat, was sie sich zu den einzelnen Rollen denkt. Was man auch dazu sagen muss: Ein großer Unterschied zu einem reinen Theaterstück ist, dass die Regie und die musikalische Leitung viel enger zusammenarbeiten müssen. Man hat einfach so viele Möglichkeiten, wie man dieses Material ausdeuten kann. Und wenn man musikalisch in eine ganz andere Richtung läuft als der Regisseur, dann geht es schief.
Nun ja, und dann war es gedacht, dass wir bis Juli die Fassung haben. Das hat nicht ganz geklappt, so dass wir bis zur Generalprobe Sätze neu- und umgeschrieben haben.
Felix Bender: Das war zwar eine besondere Herausforderung, aber ich muss sagen: Das Ergebnis rechtfertigt das auch.
Gerd Amelung: Überhaupt war während der ganzen Produktion die Arbeit im Leitungsteam etwas sehr Schönes. Dass es so Grundsatzdiskussionen darüber, wie das Stück funktioniert und wie man auch musikalisch und dramaturgisch da rangeht, nicht gab.
Für welches Publikum ist denn das Stück geeignet?
Felix Bender: Also ich denke, hier kann ich wirklich sagen: Dieses Stück ist für alle was! Dass unterschiedliche Publikumsschichten das Stück so positiv aufgenommen haben, zeigt das auch. Es ist für alle spannend, emotional berührend und es ist für alle was dabei. Die Musik springt einen direkt an. Es ist einfach spannend, das so mitzukriegen mit den historischen Instrumenten.
Das hat es auch bisher so noch nicht gegeben am DNT. Und das kann sich, glaube ich, hören und sehen lassen.
Möchtet ihr vielleicht sonst noch etwas loswerden?
Gerd Amelung: Also ich fände es wichtig zu betonen, dass es keine museale Veranstaltung ist. Wir haben uns zwar alten Materials bedient, aber etwas Heutiges geschaffen. Die Inszenierung ist ja nicht „barock“-barock, sondern „modern“-barock. Sie bedient sich zwar barocker Mittel und die Kostüme sind zum Teil angelehnt an barocke Kostüme, aber der Inhalt ist hochaktuell. Es geht um die Frage nach Aufrichtigkeit, nach dem Instrumentalisieren von Gefühlen.
Felix Bender: Und das ist das Besondere an dieser Oper: Jeder kann sich in die Rollen einfühlen, weil es so „direkt menschlich“ ist.
Gerd Amelung: Und die Frage: Wie weit komme ich mit der Tugend und inwieweit muss ich mir die Finger dreckig machen, um zu erreichen, was ich erreichen will.
Link: Die Krönung der Poppea
Aus alt mach neu: Interview mit Felix Bender und Gerd Amelung zu „Die Krönung der Poppea“ – Teil 1
Felix Bender ist seit der Spielzeit 2010/11 zweiter Kapellmeister der Staatskapelle Weimar. Mit seinem Kollegen, dem Cembalisten Gerd Amelung, hat er Claudio Monteverdis Oper “Die Krönung der Poppea” am DNT Weimar musikalisch umgesetzt.
Gerd, was ist denn ein Cembalo?
Gerd Amelung: Das ist ein Tasteninstrument, ähnlich dem Flügel. Es hat aber eine ganz andere Tonerzeugung: Die Seiten werden nicht angeschlagen sondern gezupft – wie eine mechanisierte Laute. Es ist einfach das Instrument für den Generalbass im Continuo-Spiel zwischen 1550 und 1800.
Und was ist ein Continuo-Spiel?
Gerd Amelung: Das ist das Improvisieren einer Akkordlinie über einem geschriebenen Bass, auch „Generalbass“ genannt. Und irgendwann im 16. Jahrhundert hat es sich entwickelt, dass man nicht mehr alles vorgeschrieben hat, sondern ausgehend von der Basslinie den Rest „ex tempore“ improvisiert.
Die linke Hand spielt also die vorgeschriebene Basslinie und die rechte Hand improvisiert dazu nach genau vorgeschriebenen Regeln. Und bei den anderen Instrumenten ist das ganz ähnlich.
Die Instrumente, die bei der Kröung der Poppea zum Einsatz kommen, sind auch so alt?
Felix Bender: Nein, die würden im Museum stehen. Wir verwenden hier Nachbauten.
Ist das dann schon die historisch informierte Aufführungspraxis?
Gerd Amelung: Auch. Da kommt noch viel dazu. Das fängt natürlich damit an, dass du ein anderes Instrumentarium benutzt, als z.B. bei Wagner und so. Die Geigen sind zum Beispiel mit Darm- und nicht mit Stahlseiten gespannt und außerdem haben wir hier noch zwei Lauten mit dabei. Es gibt aber auch mannigfaltige andere Aspekte, die da zu beachten sind. Das geht los bei Phrasierung, also wie man eine Melodie gestaltet. Ein anderer, ganz wichtiger Aspekt ist die Verzierung.
Was hat es denn damit auf sich?
Gerd Amelung: (setzt sich ans Klavier und spielt) Man kann die Melodie ganz normal spielen, man kann aber auch (spielt die Tonfolge noch mal, aber mit ein paar Zwischentönen mehr) einen Ton wiederholen.
Felix Bender: Man kann Noten einfügen, Noten wiederholen im schnelleren Rhythmus und vieles mehr. Also einfach die Melodie wie sie geschrieben steht in einer Art und Weise erweitern, ohne sie ganz neu zu komponieren.
Und für die Kröung der Poppea habt ihr euch Infos besorgt, wie das damals lief?
Felix Bender: Also ich hab´ mir den Gerd besorgt (lacht).
Gerd Amelung: Es gibt halt einige Traktate aus der Zeit, die sich damit auseinandersetzen. Das sind kleine Monografien, Vorworte zu Stücken, Briefe von Monteverdi etc., die sich damit beschäftigen. Und es ist ein ganz wichtiger Bestandteil meines Berufs, mich mit solchen Quellen auseinanderzusetzen und sie in der Praxis zum Klingen zu bringen. Da endet dann die „Eins-zu-eins-Rekonstruktion“. Wir haben keine Aufnahmen aus der Zeit und wissen nicht, wie es damals geklungen hat. Wir können nur anhand des überlieferten Materials Hypothesen aufstellen und uns daran orientieren.
Deshalb ist es gerade in dem Stil unglaublich wichtig, dass man genau am Text arbeitet und mit dem Geschmack von Worten, mit der Klangfarbe von Vokalen. Dass man umschalten kann zwischen zwei Worten, die jeweils einen unterschiedlichen Gehalt haben. Das ist auch für die Sänger sehr anspruchsvoll.
Aber das Stück ist doch komplett auf Italienisch. Versteht ihr das denn dann?
Felix Bender: (nickt) Also ich finde, wir haben uns ganz gut geschlagen. Natürlich ist das ein altes Italienisch; nicht das, das heute auf der Straße gesprochen wird.
Würde denn ein Italiener das heute verstehen?
Felix Bender: Ja, schon.
Gerd Amelung: Das ist ungefähr so, wie wenn wir uns heute Opitz oder Gryphius anschauen. Es ist viel näher am Latein dran.
Felix Bender: Wir hatten das große Glück, dass wir Alessandro Amoretti dabei hatten, den ehemaligen Studienleiter vom Haus, der einfach ein fantastischer Sprachcoach ist und den Sängern das Ganze technisch nahe bringen konnte. Denn es ist wirklich unerlässlich, dass jeder Sänger wortwörtlich versteht, was er da singt.
Link: Die Krönung der Poppea
„This is not me lying there. It is not me that you are looking at. It is you that is being looked at.“
Diese Sätze aus dem Stück „nude“ der Kompanie Panama Pictures rund um die Choreographin Pia Meuthen fassen meine bisherigen Eindrücke zum 1. Internationalen Tanzfestival in Weimar wohl am besten zusammen.
Kleine Glücksmomente
Im Büro der Theaterpädagogik erfreuen wir uns tagtäglich an vielen Kleinigkeiten. Hier die Top 20:
Die Manuskripte bleiben geschlossen
Auf der Probebühne des DNT sind mehrere Tische aneinandergestellt; drum herum sitzen in Dreierreihen Schauspieler, Dramaturgen, der Regisseur, Bühnenbildner und Mitarbeiter. Sie erwecken nicht den Eindruck, als wollten sie in den nächsten Minuten Bertolt Brechts Stück Die heilige Johanna der Schlachthöfe, welches Grund der Zusammenkunft ist, szenisch spielen. Das ist an diesem Nachmittag auch nicht das Ziel, denn wir befinden uns in einer Konzeptionsprobe.
An American in Paris
Im folgenden Beitrag berichtet Lydia Steier, die Regisseurin der Lustigen Witwe, die eigene Herangehensweise an das Stück und ihre Erfahrungen, die Operette als Amerikanerin auf einer deutschen Bühne zu inszenieren:
Gefangen im Labyrinth des Theaters
Zu meinen Aufgaben als FkJ’lerin gehört auch gelegentlich eine Hausführungen für Besucher (meist Touristen und Schulklassen) zu geben. Das macht mir viel Spaß, denn man kommt mit neuen Menschen in Kontakt und es gibt wirklich viel Interessantes über dieses Haus zu berichten und zu zeigen. Außerdem ist keine Führung wie die andere.


